Zustand der Bewehrung und Korrosionsgefährdung in Beton

Stahlbetonbauteile sind während ihrer Lebensdauer permanent Einwirkungen ausgesetzt, die zur Korrosion der Bewehrung führen können. Ob, ab wann und mit welcher Geschwindigkeit Korrosionsprozesse ablaufen, hängt maßgeblich von der Qualität des Betons ab. In der Baupraxis wird Stahlbeton insbesondere durch Karbonatisierung – Herabsetzen des pH-Wertes im Beton durch Eindringen von CO2 aus der Luft – und Chloride – Zerstörung der Passivschicht der Bewehrung durch Einwirken von Chloridionen – angegriffen. Mit einer Kombination aus Bohrmehlprobenentnahme zur Bestimmung der Chloridkonzentration, der Feststellung der Karbonatisierungstiefe sowie zerstörungsfreier Feststellung der Betonüberdeckung können die Korrosionsgefährdung sowie ggf. die Korrosionsursache zerstörungsarm beurteilt werden.

Eingrenzung korrodierender Bereiche in Beton (Potentialfeldmessung)

Mit Hilfe der Potentialfeldmessung kann zerstörungsarm  – es sind lediglich Öffnungsstellen zur Kontaktierung der Bewehrung und zur Verifizierung des Korrosionszustandes anzulegen – die Wahrscheinlichkeit aktuell stattfindender Korrosionsprozesse in Stahlbeton abgeschätzt werden. Mit ergänzenden Untersuchungen (siehe oben) können Korrosionsursachen ermittelt und die Aussagesicherheit der Potentialfeldmessung erhöht werden. Diese kombinierten Untersuchungen ermöglichen schließlich die Planung und Einleitung zielführender Instandsetzungsmaßnahmen (Oberflächenschutz, Betonabtrag und Erneuerung, kathodischer Korrosionsschutz, etc.) für geschädigte Bereiche.